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Erste gemeinsame Großübung der Jugendfeuerwehren des Löschbezirks IV

"Technische Hilfeleistung - Verkehrsunfall" ist kein unübliches Einsatzstichwort für die Feuerwehr. Bei der ersten gemeinsamen Größübung der Jugendfeuerwehren des Löschbezirks IV konnte nun die Lorscher Jugendfeuerwehr ihr Können unter Beweis stellen. Schnell war nach dem Eintreffen die Unfallstelle gesichert und die Lage überblickt. Gekonnt zeigten die Lorscher Jugendfeuerwehrler, was sie in den Übungsstunden zur technischen Hilfeleistung gelernt hatten.

Gemeinsame Großübung
Gemeinsame Großübung
Gemeinsame Großübung


Erste gemeinsame Großübung von 18 Jugendfeuerwehren

Heppenheim. Rauch- und Nebelschwaden zogen am Samstagnachmittag aus den Räumen des Landratsamtes. Es dauerte nur wenige Minuten, ehe die ersten Einsatzwagen der Feuerwehr mit Blaulicht und Martinshorn anrückten. Auch das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk ließen nicht lange auf sich warten.

150 Kinder und Jugendliche dabei

Was auf den ersten Blick besorgniserregend anmutete, entpuppte sich spätestens in dem Moment als willkommene Nachmittagsunterhaltung für die Anwohner, als knapp 150 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren aus den Fahrzeugen sprangen und sich der Brandherd als Nebelmaschine herausstellte. Schnell war klar, dass es sich nicht um einen Großbrand, sondern um die erste gemeinsame Großübung der Jugendfeuerwehren des Löschbezirks IV (Heppenheim/Ried) handelte.

18 Wehren aus dem Löschbezirk verteilten sich in der Folge in der gesamten Altstadt. Jede Gruppe hatte genau vorgegebene Aufgaben zu erfüllen. "Führen Sie einen Außenangriff zur Bekämpfung des Dachstuhlbrandes durch" oder: "Führen Sie dort einen Innenangriff über das Treppenhaus mit Menschenrettung durch", war beispielsweise auf den Aufgabenblättern zu lesen.

Fische gerieten nicht in Gefahr

Besonders großes Interesse zogen die Hambacher Jugendlichen auf sich: Ihnen oblag es, Wasser aus dem Marktbrunnen abzupumpen und über sogenannte B-Leitungen die Kameraden aus den Nachbarorten mit dem Löschmittel zu versorgen. Den Hochzeitsgesellschaften, die sich am Nachmittag vor dem Rathaus eingefunden hatten, bot sich ein unterhaltsames Schauspiel. Manch einer wagte sogar den ängstlichen Blick in das Innere des Brunnens und sagte: "Lasst nicht das ganze Wasser raus, da sind doch Fische drin." Die jungen Brandschützer gingen aber derart akribisch vor, dass die Fische nicht ernsthaft in Gefahr gerieten.

Der allgemein große Elan führte vielmehr dazu, dass auch an den anderen Standorten zahlreiche Passanten stehenblieben und das Geschehen mit großem Interesse verfolgten. Auch der frischgebackene Erste Stadtrat der Kreisstadt, Christoph Zahn, und der Erste Kreisbeigeordnete Thomas Metz (beide CDU) zählten zu den Zuschauern der Übung. Alle Betrachter waren sich schließlich einig: "Der Nachwuchs steht seinen großen, löscherprobten Kameraden in nichts nach."

Die Kinder und Jugendlichen erledigten übrigens nicht nur ihre Aufgaben mit Bravour, sondern folgten auch dem allgemeingültigen Grundsatz: "Menschenrettung hat oberste Priorität, dann erst wird der Brandherd bekämpft". Die Nachwuchs-Brandschützer waren denn auch besonders stolz darüber, dass bereits nach kurzer das erste Opfer mit Brandwunden aus den "Trümmern" befreit werden konnte.

Zudem galt es, die Opfer eines schweren Verkehrsunfalls an der Kreuzung Graben/Gräffstraße zu retten und diese dann anschließend in die Obhut des Jugend-Rotkreuzes zu übergeben. Dieses hatte seine Rettungsstation in Windeseile im naheliegenden Stadtpark eingerichtet.

Nach einer knappen Dreiviertelstunde hatten die Jugendfeuerwehren schließlich die Lage im Griff, der "Brand" war vorbildlich gelöscht und auch die Vorgabe "Bitte keine Wasserabgabe direkt auf Gebäude oder Dächer" war in die Tat umgesetzt worden.

"Natürlich war diese Übung nicht mit einem Einsatz der Erwachsenen vergleichbar, aber so hatten die Kinder und Jugendlichen endlich mal die Gelegenheit, unter fast realen Bedingungen ihr Können zu zeigen. Alle Verletzten wurden gerettet, die Wasserversorgung hat schnell gestanden, und alle waren mit Spaß bei der Sache. Von daher war das absolut in Ordnung", lautete deshalb das Fazit des Einsatzleiters, Bezirksjugendfeuerwehrwart für den Löschbezirk IV, Willi Koob.

Auch Stadtbrandinspektor Werner Trares, dessen Stellvertreter Christian Stadler sowie die Wehrführer der Heppenheimer Wehren konnten sich diesem Lob nur anschließen.

Als am Ende mit dem Abbau dann auch noch die letzte große Hürde übersprungen war, gab es für die Kinder und Jugendlichen auf der Freilichtbühne neben den zahlreichen anerkennenden Worten auch endlich die ersehnte Belohnung in Form von Freigetränken. Eine Nachbesprechung der beteiligten Wehren wird in absehbarer Zeit zeigen, ob die Großübung eine einmalige Sache bleibt oder künftig einen festen Platz im Terminkalender zugewiesen bekommt. fran

Quelle: Bergsträßer Anzeiger, 10. Oktober 2011


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